Sehenswerte Orte

Dom und Severi Erfurt

Wegen seiner zahlreichen Kirchen und Klöster erhielt Erfurt im Mittelalter den Beinamen „Thüringisches Rom“. Das Wahrzeichen der Stadt ist und bleibt das Ensemble von Dom und Severikirche. Beide sind über 70 Stufen zu erreichen und der Dom beherbergt die größte freischwingende Glocke Europas, die Gloriosa. Sie wurde 1497 von Gerard van Wou gegossen und wird seit ihrer Generalrestaurierung im Jahre 2004 jedoch schonungsbedingt nur noch in wenige Kompositionen eingebunden. Die Stufen sollen die innige Verbindung zwischen der Kirche und dem städtischen Treiben verdeutlichen. Der Dom ist der älteste kirchliche Bau Erfurts.

Zur Zeit des napoleonischen Krieges wurden der Peters- und Domberg in eine Festung umgewandelt und der Dom von französischen Truppen als Pferdestall missbraucht. Im 2. Weltkrieg blieb der Dom von direkten Bombenangriffen verschont, jedoch wurden Dach und Fenster und Chores durch Detonationen in der Nachbarschaft erheblich beschädigt, der Wiederaufbau dauerte bis 1949.
13 von 15 Fenstern des Domes sind noch aus dem Mittelalter erhalten, auch die meisten Teile des Chores befinden sich weitgehend noch in der Originalraumausstattung. Innerhalb von 10 Jahren wurde seit 1697 der Hochaltar errichtet. Das untere Altarblatt zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige.
Der Ursprung der Pfarrkirche St. Severi könnte noch vor dem des Domes liegen. Das Vorgängerhaus war Gotteshaus eines Nonnenordens. Die Severikirche ist anders als der Dom, welcher verschiedene Bauphasen aus der Romanik und Gotik aufweist, zu einem einheitlichen fünfschiffigen Hallenkirchenraum gewachsen. Ihren Namen hat die St.-Severi-Kirche durch die Übertragung der Reliquien des Heiligen Severus im Jahre 836. Mehrere Vorgängerbauten wurden durch Brände und Kriege zerstört, der heutige Bau lässt auf ein Bauwerk aus dem Jahre 1080 schließen. Auf dem Sarkophag des heiligen Severus sind 2 Frauen abgebildet, die seine Frau und seine Tochter darstellen. Beide Frauen sind vor ihm gestorben und als Severus merkte, dass auch seine Zeit gekommen war, begab er sich zur Ruhestatt der beiden und bat sie, ihm einen Platz an ihren Seiten zu gewähren. Daraufhin sollen sich die Särge bewegt und in der Mitte einen freien Raum geschaffen haben, auf welchem er sich im Gebet niederlegte und friedlich starb.
Dom und Severikirche liefern die atemberaubende Kulisse für die jährlich stattfindenden und deutschlandweit bekannten Domfestspiele.
Der Domplatz war bis 1831 bis zur Hälfte mit Häusern bebaut. Die Häuser wurden in diesem Jahre durch preußische Truppen in Schutt und Asche gelegt. Zur Erinnerung an diesen Beschuss ist im Hause der Andreasstraße 38 eine Kanonenkugel in die Fassade eingelassen worden.
Die Häuserzeile gegenüber dem Ensemble Dom und Severi zeigt deutlich, wie seinerzeit gebaut wurde: kleine schmale Grundrisse, die in die Höhe gebaut wurden und nach oben hin immer breiter bzw. tiefer werden. Dies hatte einen Grund, denn dadurch wurden Steuern gespart, da Steuern auf die bebaute Fläche erhoben wurden. So hat man eine möglichst kleine Fläche genommen und den Fiskus mit hohen schmalen Häusern ausgetrickst.

Dom Erfurt

Weihnachtsmarkt Erfurt

Im Jahr 2009 schmückte sich Erfurt zum Advent zum 159. Mal. Weihnachtslieder erklingen und der Duft von Lebkuchen und Glühwein liegt in der Luft und das Ensemble von Dom und Severikirche ist in ein warmes Licht getaucht. Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes ist die ca. 25 m hohe beleuchtete Weihnachtstanne und die Krippe mit 14 handgeschnitzten, fast lebensgroßen Holzfiguren.

Seit 2005 hat der Erfurter Weihnachtsmarkt eine weitere Attraktion hinzubekommen, die fast 12 Meter hohe Weihnachtspyramide. Auf 5 Etagen zeigen sich aus Holz geschnitzte Erfurter Persönlichkeiten, die die Stadtgeschichte geprägt haben, sowie weihnachtliche Szenen.

Von Domplatz über den Fischmarkt bis hin zum Anger bieten Händler in über 200 Buden und Hütten ihre Waren an, von leckeren Thüringer Spezialitäten bis hin zu Thüringer Handwerkskunst.
Im Märchenwald auf dem Domplatz wartet außerdem ein Märchenerzähler auf alle großen und kleinen Märchenfreunde.
Eine weitere Attraktion ist die Ausstellung „Florales zur Weihnachtszeit“ im Gewölbe unter dem Domberg. Diese Ausstellung wird von der ega organisiert und namenhafte Floristen aus Erfurt, aus den Partnerstädten und aus anderen Regionen Deutschlands zeigen sowohl moderne als auch klassische Arrangements zur perfekten weihnachtlichen Einstimmung.

www.erfurter-weihnachtsmarkt.eu

Rathaus Erfurt

Bild:Andreas Praefcke

Die Ursprünge des Hauses reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Bis 1706 erreichte der Gebäudekomplex die heutigen Ausmaße. Im Jahr 1830 wurde begonnen das alte Rathaus abzureißen, als Grund galt nur ein kleinerer Schaden am Dach. Nach Bereitstellung der finanziellen Mittel begann im Jahr 1869 der Aufbau des Rathauses in seiner heutigen Form im Stil der Neugotik. 1875 zogen die ersten Dienststellen ein; die offizielle Einweihung erfolgte am 2. Juni 1882.


Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Rathaus um einen Verlängerungsbau vergrößert, in welchem der Ratssitzungssaal untergebracht ist. Dieser Saal erstreckte sich über die gesamte Breite des Gebäudes. Durch die Farbgebung, das große Wandgemälde und die Holzvertäfelungen mit Schnitzarbeiten gelangte er zu einem repräsentativen Aussehen.

Doch der zweite Weltkrieg hatte weitreichende Folgen. Im April 1945 wurde Erfurt von amerikanischen Truppen eingeschlossen und lag unter Beschuss ihrer Artillerie. Ein Schwerpunkt des Angriffs lag auf dem Rathaus. Die Instandsetzungsarbeiten konnten erst im März 1946 beginnen und wurden im August desselben Jahres beendet. Von den ursprünglichen 3 Wandgemälden ist nur noch eines erhalten. Im Zeitraum von August 2007 bis März 2008 wurde der Ratssitzungssaal grundlegend restauriert. Das Rathaus beinhaltet einen Festsaal, der durch den Historienmaler Johann Peter Theodor ausgestaltet worden ist und Bilder der Erfurter Geschichte zeigt.


Die reich bemalten Treppenhäuser sind für Publikum frei zugänglich und zeigen Werke von Eduard Kämpffer aus den Jahren 1889/96. Darin sind neben Szenen aus der Johann Faust- und der Tannhäusersage auch Geschichten des Graf von Gleichen dargestellt. Das Rathaus steht auf dem legendären Fischmarkt, welcher Schnittpunkt der Erfurter Handelsstraßen war. Wie der Name sagt, wurde auch Fisch gehandelt. Der Fischmarkt war jedoch nicht nur der Handelsplatz, sondern auch Mittelpunkt des kulturellen und sozialen Lebens.

Gegenüber des Rathauses, auf dem Fischmarkt steht der Römer.
Bei der Statue des Römer handelt es sich um einen von Kopf bis Fuß bewaffneten römischen Krieger mit den Insignien der römischen Republik, der die Stadtfahne Erfurts in der rechten Hand hält. Der Römer ist nicht zu verwechseln mit den bekannten Statuen des Roland.

Weitere Informationen und Anregungen für einen Besuch der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt bietet die Erfurt Tourismus & Marketing Gesellschaft an.

Krämerbrücke Erfurt

Die Krämerbrücke ist das älteste profane Bauwerk Erfurts und nördlich der Alpen einmalig. Ursprünglich wurde sie als Holzbrücke erbaut, auf welcher auch schon Händler ihre Krambuden hatten. Im Jahre 1117 wurde sie im Rahmen eines Berichtes über einen der zahlreichen Brände das erste Mal urkundlich erwähnt.

Im Jahr 1293 erwarb der Rat zu Erfurt alle Brückenrechte, um einen steinernen Neubau zu errichten, der nicht mehr durch einen Brand zerstört werden kann. Im Jahre 1325 wurde der Bau mit unbewohnten Fachwerkbuden fertiggestellt.

An den beiden Brückenenden wurden steinerne Kirchen mit Tordurchfahren errichtet. Die 79 m lange Brücke wurde aus Kalk- und Sandsteinmauerwerk errichtet. Nach einem Stadtbrand im Jahre 1472, der die Hälfte der Stadt und die Häuser auf die Brücke vernichtet hat, wurde die Krämerbrücke mit 62 Fachwerkhäusern wieder errichtet. Heute befinden sich auf der Brücke noch 32 Wohnhäuser.
Das größte Erfurter Stadtfest ist nach der Krämerbrücke benannt - das Krämerbrückenfest findet jährlich auf der Krämerbrücke und in der Altstadt Erfurts an einem Wochenende im Juni statt.

www.kraemerbruecke.de

Erfurter Hauptbahnhof

Bild:Michael Sander

Das erste Empfangsgebäude wurde ab 1846 im Zuge des Weiterbaus der Thüringer Bahn zwischen Weimar und Eisenach durch die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft errichtet und 1852 fertiggestellt. Das dreigeschossige Gebäude dieses Bahnhofs ist noch erhalten und wird heute von der Deutschen Bahn AG genutzt. Es befindet sich westlich des heutigen Hauptbahnhofes und trägt eine weiß/olive Farbgebung. 
Die erste Probefahrt erfolgte von Weimar nach Erfurt und dauerte eine Stunde. Damals fuhren gerade einmal 4 Züge täglich.

 

Das zweite Hauptbahnhofsgebäude wurde ab 1887 nach Plänen des Eisenbahnbauinspektors Eduard Keil und des Regierungsbaumeisters Otto Erlandsen errichtet und 1893 in Betrieb genommen. Es befindet sich 30 Meter östlich des ersten Bahnhofsgebäudes und war ein Inselbahnhof bestehend aus der Bahnhofsvorhalle am Bahnhofsplatz mit Geschäften und den Schaltern sowie dem Empfangsgebäude zwischen den Gleisen. Die Gebäude waren im Stil des Historismus gestaltet, mit gelben Verblendmauerwerk und roten Sandsteingewändern und -simsen. Die Gleise wurden auf einen Damm, den ehemaligen Festungswall, hochgelegt. 
Der Bahnhof hatte auf der südlichen Seite an der Westeinfahrt das Stellwerk und an der Ostausfahrt das Reiterstellwerk. Zusätzlich gab es zwischen den Gleisen 5 und 8 ein Pilzstellwerk. Die Elektrifizierung der Gleisanlagen erfolgte 1967.

Der Erfurter Hauptbahnhof gehört zu den wichtigen Knotenpunkten des deutschen Eisenbahnverkehrs. Das Land Thüringen ist von Erfurt aus sternförmig mit zahlreichen Nebenstrecken an das Fernverkehrsnetz angeschlossen 
Im Mai 2005 wurden der Bahnhof und die Gleise in zwei Bauabschnitten abgerissen. Alles fiel, bis auf das Eingangsgebäude, welches 1893 entstand. Nach ca. 260 Millionen Euro Umbauaufwand öffnete das „Tor zur Stadt“ am 13.12.2008 wieder seine Türen. Der Erfurter Hauptbahnhof verbindet heute Alt mit Neu – so lädt hinter dem alten Eingangsgebäude eine moderne Einkaufspassage zum Bummeln zwischen zwei Zügen ein. Auch lädt die Ladenpassage des Bahnhofes immer wieder zu wissenswerten Ausstellungen ein, wie z.B. im September 2009 zur Kaffeeausstellung.

Erfurter Hof

Bild:Ulrich Haage

Der Erfurter Hof wurde 1904/1905 errichtet und von Georg Kossenhaschen als eines der prächtigsten Hotelgebäude in Erfurt betrieben. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges diente das Gebäude der Militärverwaltung, war aber gleichzeitig immer noch Hotel. 1946 wurde der Betrieb verstaatlicht und ging 1950 in städtischen Besitz über.

Mit dem ersten deutschen Gipfeltreffen 1970 erlangte das Hotel weltweite Bekanntheit. Willy Brandt war zu Gesprächen mit dem DDR-Ministerpräsidenten Willy Stoph angereist. Am Vormittag des 19. März durchbrachen tausende Erfurter die Polizeiabsperrungen und brachten dem Bundeskanzler ihre Begeisterung entgegen.

Willy Brandt zeigte sich den Erfurtern nach den Rufen „Willy Brandt ans Fenster!“ und es brach tosender Jubel aus. „Erfurt war als Ereignis bewegend, zeigte, wie schnell der Wunsch nach Einheit entflammbar ist." (Egon Bahr) Sympathiebekundungen und gesamtdeutsches Nationalgefühl - so hatte sich die SED-Führung das erste deutsch-deutsche Spitzentreffen auf eigenem Boden sicherlich nicht vorgestellt. 
Das Hotel schloss 1995 seine Pforten, wurde einige Jahre nicht genutzt und von 2004 bis September 2007 zu einem Büro- und Servicekomplex umgebaut, in welchem nunmehr u. a. die Sparkasse Mittelthüringen sowie die Thüringer Tourismus Gesellschaft ihren Sitz haben. Im Jahr 2009 wurde das Denkmal zu Ehren Willy Brandts eingeweiht. Den Erfurter Hof ziert nunmehr der Schriftzug des Künstlers David Mannstein: „Willy Brandt ans Fenster“. Er wird ergänzt durch einen Infoterminal und die nächtliche Beleuchtung des Zimmers, an dessen Fenster Brandt trat, um sich den jubelnden Erfurtern zu zeigen.

Steigerwaldstadion

Bild:Tom Kidd

Am 17. Mai 1931 eröffnete die Stadt Erfurt einen Sportkomplex, welcher fortan den Namen „ Daberstädter Schanze “ tragen sollte. Das Stadion war zunächst noch nicht als Heimstätte für einen Fußballverein vorgesehen, sondern bot als typisches Mehrzweckstadion auch eine 500 Meter lange Laufbahn sowie eine 8 Meter breite Rasenbahn für den Reitsport. Mitte der 1930er Jahre erhielt es den Namen Mitteldeutsche Kampfbahn und wurde um eine Holztribüne vergrößert und bot hinfort 35.000 Zuschauern Platz.
Das Stadion konnte bereits 4 Jahre nach seiner Eröffnung sein Fassungsvermögen unter Beweis stellen, als die deutsche Nationalmannschaft am 25.08.1935 die rumänische Nationalmannschaft mit 4:2 besiegte.


Dies sollte aber lange die einzige Partie zweier Fußballmannschaften auf dem Rasen sein, da er unter anderem der sowjetische Militäradministration nach dem zweiten Weltkrieg für den Anbau von Kartoffeln diente.
Erst 1948 gelang es der damaligen „Fortuna Erfurt“ durch sportliche Erfolge die Erlaubnis der Stadt zu erlangen auf der „Kampfbahn“ Spiele auszutragen. Im selben Jahr wurde ein neuer Rasen aufgebracht und das Stadion erhielt mit „Georgij-Dimitroff-Stadion“ (nach einem bulgarischen Politiker) einen neuen Namen. Unter dem neuen Namen des Stadions trug die Auswahl der damaligen DDR fünf Länderspiele auf dem Platz aus und das DDR-Oberligaspiel zwischen Turbine Erfurt und Chemie Leipzig trägt noch bis heute den Zuschauerrekord.
Nach einer Befragung der Bewohner Erfurts erhielt das Stadion 1991, mit dem Bezug auf seine Lage am Fuße des Steigerwaldes, seinen heutigen Namen.
Im Jahr 1999 wurde die Flutlichtanlage komplett erneuert. Kurz vor der Einweihung des neuen Flutlichtes beim Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue am 4. Dezember 1999 knickte jedoch einer der vier Masten aufgrund eines Materialfehlers ab. Nach jahrelangen Streitigkeiten um die Schuldfrage und einem erneuten Wiederaufbau der Flutlichtmasten, konnte das neue Flutlicht am 7. März 2003 zum Spiel gegen den 1.FC Saarbrücken endlich eingeweiht werden. Die Schuldfrage ist bis heute noch nicht rechtskräftig geklärt worden.
Seit je her bot das Stadion Platz für größere Events wie Leichtathletik Meisterschaften, die Frauenfußball Weltmeisterschaft im Jahre 2001 und Musikkonzerten.
Mit Unterstützung des DFB, des Landes Thüringen und der Stadt Erfurt soll der FC Rot-Weiß Erfurt in den nächsten Jahren eine moderne Fußballarena erhalten. Der Erfurter Stadtrat hat am 28. Januar 2009 die Mitfinanzierung des Umbaus zum Hybrid-Stadion für Fußball und Leichtathletik beschlossen, die Einweihung zum Saisonbeginn 2011/12 angestrebt.